FESTIVAL FÜR KUNST UND SPIRITUALITÄT ZÜRICH

Das Festival ist ein selbstständiger, konfessionell unabhängiger Verein (siehe Statuten). Er führt wiederkehrend (wenn möglich jährlich) ein Festival für Kunst und Spiritualität in Zürich durch, mit jeweils nach Möglichkeit mindestens zwei weiteren Veranstaltungen an anderen Orten.

Das erste Festival wird am Freitag/Samstag, 19.-20. Juni 2026 in Zürich in der Predigerkirche durchgeführt. Eine weitere Veranstaltung, in Zusammenarbeit mit dem Soglio Festival, findet am Donnerstag, 6. August 2026 in Soglio statt und eine weitere mit der Kath. Kirche St. Stefan in Kreuzlingen-Emmishofen, am Samstag, 29. August 2026.

Das erste Festival widmet sich den Psalmen (siehe Projektbeschrieb).

Warum nun ein neues Festival?

Der Rahmen eines Festivals erlaubt eine konzentrierte Programmierung (siehe Programm), die die Besucher auf eine dramaturgisch gestaltete Reise mitnehmen kann. Dies führt zu einem konzentrierten, sinnlichen Wahrnehmen das die Sinne und deren Unterscheidungskraft fördert. Um dies zu erreichen ist Interdisziplinarität sehr wichtig. Einseitiges Spezialisieren erschöpft die Aufmerksamkeit sehr schnell. Die Interdisziplinarität kann ein Thema vielfältig von verschiedensten Seiten her beleuchten und darstellen, von der Kunst über die Wissenschaften bis zum Handwerk.

Die Idee ein Festival mit jeweils zwei weiteren Veranstaltungen für Kunst und Spiritualität durchzuführen beruht darauf, dass Kunst und Spiritualität ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur und ein unzertrennbares Paar sind um die Geschehnisse der gegenwärtigen Zeit zu reflektieren, abzubilden und darzustellen. Kleinere Folgeveranstaltungen des jeweiligen Festivals sind sehr wichtig, so dass in anderen Formaten, andere, auch abgelegene Orte, an den Produktionen des Festivals teilnehmen können.

Kunst hat die Fähigkeit immer neue und weitere Dimensionen der unendlichen, göttlichen Schöpfung auszukundschaften und uns Menschen zur Verfügung zu stellen.

Wenn wir heute eine Kirche betreten, sind wir oft an nichts anderem interessiert als an ihrer Kunst und Architektur. Die allermeiste christliche Kunst und Kultur die wir in diesem Zusammenhang bewundern, beruhen auf Leistungen vergangener Epochen.

Wo bleiben die Kunstwerke unserer Zeit?

Es gibt kaum Auseinandersetzungen mit Künsten und Künstlern unserer Zeit in der Kirche. Die kirchlichen Institutionen scheinen sich der Gegenwart verschlossen zu haben, scheinen sich in sich selbst zurückgezogen zu haben.

Kardinal Matteo Maria Zuppi sagt es so:

“c’e stata una tendenza a rintanarci tra noi, negli ambienti, nella parrocchia, nella comunità. Bisogna uscire: “L’estroversione è una dimensione possibile e decisiva dell’essere Chiesa nella storia dei nostri giorni” (Corriere della Sera 21.01.2025)

„Es gab eine Tendenz, uns in unsere eigene Umgebung, in der Pfarrei, in der Gemeinschaft zu verkriechen. Wir müssen hinausgehen: „Die Extrovertiertheit ist eine mögliche und entscheidende Dimension des Kirchenseins in der Geschichte unserer Zeit“

Wo bleibt nun die Gegenwart, die Reflexion dazu durch die Kunst und ihre Darstellung in der Kirche?

Wir möchten einen Versuch starten und Kunstschaffende unserer Zeit einladen geistliche Themen zu bearbeiten und in ihrer jeweiligen Kunstform darzustellen.

Das was an Kunst, Literatur und Architektur aus vergangenen Epochen erhalten blieb, ist das was wir heute bewundern, aber leider oft nur noch konsumieren. Wir können oder wollen es nicht mehr mit dem Ursprung und der Motivation warum es entstanden ist in Verbindung bringen. Diese Abneigung scheint oft so gross, dass wir Werke aus Kirchen in die Museen bringen, um sie sozusagen im neutralen Raum betrachten zu können.

Der reine Konsum von Kunst kann zu einer Haltung führen, die sich immer mehr entfernt von einer wirklichen Auseinandersetzung mit der Gegenwart und dessen Kunst. Es entsteht eine regressive Haltung, die dazu führen kann unserer Gegenwart nur noch mit den Augen der Interpretation der Vergangenheit anzuschauen. Eine wirkliche Erneuerung und Inspiration und die Tatsache, dass der Mensch in immerwährender Verwandlung ein Wesen Gottes ist und inspiriert neue Werke erschaffen kann, wird nicht erreicht oder sogar verhindert. Neue Werke hingegen könnten einen immer grösseren Einblick in die unendliche, unerschöpfliche Vielfallt der Schöpfung geben und den Menschen wirklich geistig beleben. Damit dies passiert - und gemäss Hildegard von Bingen mit seiner «Grünkraft» den Menschen belebt und erhält - braucht es eine Auseinandersetzung damit.

Durch die in Auftrag gegebenen Arbeiten, die sich mit einem Thema auseinandersetzen, ihrer Darstellung in einem Festivalrahmen und dessen Begleitung wird versucht ein vielfältiger Einblick in die gegenwärtige Zeit und ihre Akteure, die ein geistliches Thema bearbeiten, zu geben.

Ein Thema wird festlegt mit dem sich vom Festival beauftragte Künstler und Kunstschaffende unserer Zeit auseinandersetzen, um dann die entstandenen Arbeiten im Festival darzustellen.

Die Darstellung soll begleitet sein, oder soll schon zum Konzept der Arbeit mitdazugehören. Die Begleitung kann im Voraus, z.B. mit einem Treffen zwischen einer Schulklasse und einem Komponisten geschehen, so wie in der Nachbearbeitung. Hierzu wird das ganze Festival Audio-Visuell aufgezeichnet und öffentlich zur Verfügung gestellt. Proben der Interpreten können besucht werden, usw. Die Begleitung soll Türen, bzw. alle Sinne öffnen und vorbereiten, damit die Unterscheidungskraft gefördert wird.

Neue Kunst verlangt immer eine Auseinandersetzung, da sie ja eben noch nicht rezipiert wurde.

Dann wollen wir vor allem für die neue Musik, Wiederaufführungen an anderen Orten in einem zeitnahen Rahmen zum Festival in Zürich anbieten, so dass ein grösserer Kreis an Publikum erreicht werden kann. Andere Orte brauchen andere Auseinandersetzungen in der Darstellung (Akustik, Licht usw.) und sind mit immer neuem Zusammenarbeiten vor Ort, mit anderen Verantwortlichen unabdingbar. Diese Erfahrungen sind für alle sehr wichtig, auch für die zukünftige Arbeit an weiteren Festivals.

Das Festival will sich ganz konkret um die Darstellung der in Auftrag gegeben Arbeiten von Kunstschaffenden unserer Zeit bemühen. Was bedeutet, dass alle Arbeiten in ihrer Qualität möglichst gut geprobt, gut belichtet, gut inszeniert usw. werden sollen. Was oft zu Mehrkosten führt (z.B. für Uraufführungen zu mehr Proben usw.) Dies ist für die Rezeption enorm wichtig. Wie soll eine neue Arbeit wirken können, wenn sie ihre Qualitäten gar nicht darstellen kann (oft weil schlicht zu wenig Zeit investiert wird für die Produktion und die Darstellung)?

Eine lebendige Zukunft scheint nur möglich zu sein, wenn wir uns wirklich darum bemühen das was heutzutage neu in Erscheinung tritt, ohne Vorurteile in unser Leben zu lassen und im besten Fall zu integrieren. Hierzu hoffen wir mit unserem Festival für Kunst und Spiritualität Zürich einen kleinen Beitrag zu leisten.